Manche Projekte begleitet man über Monate, manchmal sogar über Jahre. Sie erfordern Zeit, Energie, Geduld und nicht zuletzt auch Herzblut. Und irgendwann kommt dann dieser Moment, in dem man spürt: Jetzt schließt sich ein Kreis. Genau so hat es sich für mich am vergangenen Sonntag angefühlt, als ich meine Autobiografie in der Buchhandlung Jakobi vorstellen durfte.
Die Lesung war für mich ein würdevoller und zugleich sehr wertschätzender Abschluss meines Buchprojekts. Vor rund 40 Gästen hatte ich die Gelegenheit, aus meinem Buch zu lesen, darüber zu sprechen und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern ins Gespräch zu kommen. Dieser Austausch war für mich etwas ganz Besonderes, denn ein Buch zu schreiben ist das eine, es anschließend mit echten Leserinnen und Lesern zu teilen, noch einmal etwas ganz anderes.
Inge Jakobi und ihr Team hatten die Veranstaltung mit viel Liebe vorbereitet. Es wurden Plakate gestaltet und im Schaufenster sowie am Eingang platziert, Getränke und Snacks standen bereit, und mein Buch war in großer Zahl in der Buchhandlung präsent. Sogar ein kleiner augenzwinkernder Gag durfte nicht fehlen: Einige Exemplare waren mit einem „Spiegel-Bestseller“-Etikett versehen. Das war natürlich mit einem Schmunzeln gemeint, hatte aber gleichzeitig einen durchaus realen Hintergrund, denn mein Buch ist aktuell im BoD-Buchshop tatsächlich als Bestseller gelistet. Umso mehr habe ich mich über diese charmante Idee gefreut.
Ich selbst war gut vorbereitet und trotzdem ein wenig aufgeregt. Ein gewisses Lampenfieber gehört wohl einfach dazu. Hinzu kam die Sorge, ob meine Stimme halten und ob ich nicht wieder, wie beim Probevorlesen zu Hause, einen Hustenanfall kriegen würde. Mein hartnäckiger Husten nervte mich immerhin schon seit drei Wochen. Vorsorglich hatte ich mir einen Hustenstiller mit Codein verschreiben lassen und rechtzeitig eingenommen. So blieb ich während der Lesung tatsächlich von Hustenanfällen verschont. Und fast wie durch ein kleines Wunder ist der Husten seitdem sogar ganz verschwunden.
Vielleicht wird es im Herbst noch eine weitere Lesung geben, diesmal organisiert von der Frankenberger Buchhandlung Hykel. Geplant ist ein etwas anderes Format mit mehreren Autorinnen und Autoren, die sich die verfügbare Zeit teilen. Auch das könnte eine spannende Erfahrung werden, auf die ich mich schon jetzt freue.
Nach dem Abschluss des Buchprojekts und inzwischen auch wieder genesen von der Erkältung möchte ich nun meine sportlichen Aktivitäten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken: Laufen, Wandern, Radfahren und Krafttraining.
Bislang steht für dieses Jahr nur eine einzige Veranstaltung fest: der 24-Stunden-Lauf in Dorsten, der zugleich ein Forumstreffen des Laufforums sein wird. Das Besondere an diesem Format ist seine Offenheit. Gelaufen oder gegangen wird auf einer Runde von etwa einem Kilometer Länge, und jeder absolviert so viele Runden, wie er möchte oder kann. Pausen sind jederzeit möglich, und zwar so oft und so lange, wie man sie braucht. Dadurch bleibt nicht nur Zeit für Ruhe und Verpflegung, sondern auch für eine Massage oder für Gespräche mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Gerade diese Mischung aus Bewegung, Gemeinschaft und freier Einteilung macht für mich den Reiz dieser Veranstaltung aus. Ein konkretes Ziel habe ich im Moment noch nicht. Das wird vermutlich erst dann entstehen, wenn die Motivation wieder voll da ist und ich sportlich wieder in besserer Form bin.
Im letzten Frühjahr und auch im Herbst habe ich viel Zeit im Garten verbracht und dort den „Urwald“ gelichtet. Entsprechend gibt es in diesem Jahr deutlich weniger zu tun. Ich kann also ganz entspannt darauf warten, dass Rasen und Büsche wachsen. Das verschafft mir mehr Zeit für andere Dinge, für Bewegung, für neue Gedanken und nicht zuletzt auch fürs Lesen.
Ein weiteres Buch werde ich vorerst nicht schreiben, obwohl mir das gesamte Projekt sehr viel Freude gemacht hat. Immerhin weiß ich jetzt aus eigener Erfahrung, wie der komplette Weg von der ersten Idee bis hin zur Veröffentlichung und Vermarktung aussieht. Doch im Moment wüsste ich nicht, worüber ich als Nächstes schreiben sollte.
Vielleicht ist genau das der richtige Übergang: erst etwas Großes abschließen, ein wenig durchatmen und offen sein für das, was als Nächstes kommt. Noch weiß ich nicht genau, welches neue Kapitel nun beginnt. Aber ich habe das Gefühl, dass es nicht lange auf sich warten lassen wird.
In diesem Sinne: bis bald!
Michael aka Imi