Im heutigen Beitrag möchte ich mit dir teilen, wie mein Buchcover entstanden ist – und warum dieser Prozess länger dauerte als gedacht.
Als ich mich entschied, meine Autobiografie nicht nur für mich selbst und mein näheres Umfeld zu schreiben, sondern sie zu veröffentlichen und mit einer möglichst großen Leserschaft zu teilen, wurde mir schnell klar: Titel und Cover sind nicht bloß Verpackung. Sie sind der erste Eindruck, ein Versprechen – und sollen neugierig machen auf den Inhalt.
Da Sport in meiner Autobiografie im Mittelpunkt steht, war mein erster Gedanke naheliegend: Ich wollte mich als Sportler auf dem Cover abbilden. Der erste Titel, der mir dazu einfiel, lautete „Mein Leben in Bewegung“. Dazu spielte ich mit verschiedenen Untertitel-Varianten, um zu zeigen, welche Art von Bewegung mein Leben geprägt hat: Wandern, Laufen, Radfahren, Krafttraining – und alles, was über die Jahre dazugekommen ist. Für das erste Manuskript wählte ich als Coverfoto ein Bild, das mein Bruder von mir auf dem Jakobsweg gemacht hatte. Das gefiel mir zunächst ganz gut.

Je intensiver ich mich jedoch mit dem Prozess vom Schreiben bis hin zur Veröffentlichung beschäftigte, desto bewusster wurden mir die Fallstricke – allen voran Urheberrechte, aber auch die Frage, ob ein Titel überhaupt noch verfügbar ist. „Mein Leben in Bewegung“ war bereits vergeben. Das entsprechende Buch hatte ich sogar gelesen (von Dean Karnazes) – was mir erst bei der Recherche wieder einfiel. Also musste ich umdenken.
Irgendwann landete ich bei „Hybridsport“ als Titel, wieder mit verschiedenen Untertitel-Ideen. Bezogen auf meinen Sport passte das sogar deutlich besser, denn Hybridsport bezeichnet die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining – genau das, was ich seit über 20 Jahren praktiziere. Zufällig hatte BoD in seinen Vorlagen sogar ein passendes Cover, allerdings mit sehr eingeschränkten Optionen. Damit beauftragte ich einen ersten Probedruck als Hardcover mit Schutzumschlag.

Für einen Probedruck fand ich Buch und Cover durchaus ansprechend – aber es war noch nicht das, was ich mir für die finale Fassung vorgestellt hatte. Zudem merkte ich: Cover und Buchtitel suggerierten eher ein Hybridsport-Fachbuch und nicht eine Autobiografie. Und genau das wollte ich vermeiden.
Inzwischen hatte ich mich durch diverse Fachbücher und YouTube-Videos zum Thema Self-Publishing schlau gemacht. Die Empfehlung war ziemlich eindeutig: Wenn man keine Ahnung von Grafikdesign hat, sollte man sein Cover nicht selbst erstellen. Trotzdem wollte ich es wenigstens einmal ausprobieren – schon, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was möglich ist und was nicht.
Also installierte ich mir eine Testversion von Adobe InDesign und ließ mich per KI dabei anleiten, wie man eine Covervorlage erstellt und Elemente wie Text, Bilder und Hintergründe einfügt. Die Einarbeitung ist komplex, aber mit KI hatte ich relativ schnell eine Vorlage erzeugt und konnte ein wenig experimentieren. Die Abmessungen der Covervorlage erhält man direkt vom Verlag – in meinem Fall von BoD. Nach Eingabe von Seitenzahl, Buchabmessung und Buchtyp errechnet das Programm die benötigten Maße und stellt die Datei als PDF zur Verfügung.
Parallel dazu wollte ich wissen, wie andere mein Bauchgefühl einschätzen. Auf Instagram startete ich eine Umfrage mit zwei Optionen: ein „stilistisches Cover mit Elementen aus dem Hybridsport“ oder ein „persönliches Cover mit einem Foto von mir“. Das Ergebnis war eindeutig: Nahezu 100 Prozent stimmten für ein Cover mit Bild von mir. Also verbrachte ich einen Tag damit, in InDesign mit verschiedenen Fotos zu experimentieren und ließ auch Frontseiten per KI generieren, die teilweise richtig ansprechend aussahen.

Trotzdem war mir klar: Um ein Fotoshooting mit aktuellen Bildern würde ich nicht herumkommen. Die offene Frage war nur: Welche Elemente müsste das Foto enthalten? Was lässt sich per Fotomontage ins Cover integrieren? Und wie arrangiert man am Ende Motiv, Schrift und Wirkung so, dass es stimmig ist?
An diesem Punkt beendete ich mein InDesign-Experiment und begann, nach einem Profi zu suchen: einer Coverdesignerin. Über einen Aufruf bei WhatsApp vermittelte mir eine gute Bekannte den Kontakt zu Bea Klenk aus Marburg – einer Grafikerin, die seit über 20 Jahren u.a. professionell Bücher und Cover für Verlage gestaltet. Ich schrieb Bea an, und kurz darauf telefonierten wir fast eine Stunde.
Schon während dieses Gesprächs wurde mir durch Beas Fragen und Vorschläge klar, dass mein damaliger Buchtitel und meine Cover-Idee nicht wirklich widerspiegelten, worum es in meinem Buch geht. Aus den neuen Gedanken, die sich dabei ergaben, entstand schließlich der finale Buchtitel. Nur die Umsetzung der besprochenen Bildidee – ich und mein Hund vor einer Bergkulisse – sollte sich schwieriger gestalten als gedacht. Sie klang reizvoll, war aber in der Realität herausfordernd. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich aus mehreren Gründen dagegen, vor allem weil ein Shooting mit meinem Hund schwierig gewesen wäre.

Ich schaute mir daraufhin noch einmal viele Cover an: im Internet, in Buchhandlungen und in einer Bücherei. Am besten gefielen mir die minimalistischen: einfarbiger Hintergrund, eventuell mit einem dezenten Farbverlauf, ein klares Autor-Motiv und eine Schrift ohne Schnörkel. Ein Beispiel, das mir sofort einfiel, war die Autobiografie von Angela Merkel („Freiheit“).
Auch Bea mochte die minimalistische Richtung. Damit war die Gestaltungsidee klar – aber zwei entscheidende Bausteine fehlten noch: ein professionelles Foto und die Klappentexte.
Bei den Texten unterstützte mich mein Neffe Niklas Imhof, der professioneller Texter ist. Aus meinen Entwürfen formulierte er die Texte für die Buchrückseite und die Umschlagklappen. Das Fotoshooting fand schließlich gemeinsam mit Bea und meiner Frau bei Harald Hörl (Fotostudio Hörl) in Frankenberg statt.
Aus all diesen Puzzleteilchen entwarf Bea dann das finale Cover – und ergänzte Details, die man erst erkennt, wenn man ganz genau hinschaut. Ganz dezent hat sie sogar meine Leidenschaft für Tattoos in das hellblaue Banner integriert. Ich finde das Cover super und das ist das Wichtigste. Geschmäcker sind verschieden, das zeigen schon die ersten Feedbacks. Von „wow – echt professionell“ über „der Text spricht mich wirklich an“ bis zu „gar keine Reaktion“ war bis jetzt alles dabei. Und das ist ok so. Niemand soll mir schmeicheln, wenn ihm etwas nicht gefällt. Ehrliches Feedback ist mir wichtig, so ist auch das Buch entstanden.
Mit der finalen Druckdatei habe ich vor einer Woche den letzten Probedruck (sofern alles ok ist) mit 6 Exemplaren beauftragt. Mit etwas Glück kommen die Bücher noch in diesem Jahr an, spätestens aber Anfang Januar. Und natürlich werde ich sie euch hier zeigen. Gut möglich, dass die Veröffentlichung sogar schon im Januar gelingt.

🏃♂️ Michael aka Imi
Leidenschaftlicher Läufer, Radfahrer und Kraftsportler aus Frankenberg an der Eder.