Nach über 11 Jahren Pause will ich es noch einmal wissen: Am 26. Oktober 2025 stehe ich (hoffentlich) beim Frankfurt-Marathon an der Startlinie – voller Vorfreude, Respekt und einem klaren Ziel vor Augen: Ich möchte konstant durchlaufen – ohne Einbruch – und das Beste aus mir herausholen.
Doch was ist realistisch? Was ist machbar? Und was ist vielleicht sogar möglich, wenn alles passt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich verschiedene Prognosetools bemüht – und mich auch auf mein eigenes sportliches Gespür verlassen.
📊 Zielzeit-Prognosen im Vergleich
Ausgangspunkt meiner Einschätzung ist meine aktuelle 10 km-Bestzeit vom 13. Juli 2025: 48:49 Minuten, gelaufen bei fast 25 Grad Hitze. Mein aktueller Trainingsumfang liegt bei 50 km pro Woche – in den kommenden Wochen steigere ich sukzessive auf über 80 km.
Zusätzlich habe ich die gängigen Zielzeitrechner befragt – hier das Ergebnis im Überblick:
| Quelle | Prognosezeit | Ø-Pace (min/km) |
|---|---|---|
| ChatGPT | 3:35 – 3:50 | 5:05 – 5:27 |
| Runna | 3:31 – 3:39 | 5:00 – 5:11 |
| Laufcampus | 3:41:08 | 5:14 |
| Greif | 3:49:46 | 5:27 |
| Runnersworld | 3:47:50 | 5:24 |
| Marquardt | 3:49:26 | 5:26 |
| Meine Einschätzung | 3:40 – 3:45 | 5:13 – 5:20 |
Mittelwert aller Tools:
🕒 3:46:52
🏃 Ø-Pace ca. 5:22 min/km
🎯 Zielzeit setzen – 12 Wochen vorher: Ambitioniert, aber realistisch
Schon zwölf Wochen vor dem Frankfurt-Marathon lege ich mich bewusst auf eine Zielzeit fest – nicht, weil ich mir blind etwas vornehme, sondern um mein Training mit Runna gezielt zu steuern. Eine klare Zielzeit hilft mir, die richtigen Reize zu setzen: nicht zu optimistisch – aber eben auch nicht unter meinen Möglichkeiten.
In den kommenden Wochen stehen intensive Long Runs mit bis zu 20 km Endbeschleunigung im geplanten Marathon-Renntempo an. Genau da wird sich zeigen, ob mein Körper die gewünschte Pace über längere Strecken toleriert – oder ob eine Anpassung der Zielzeit sinnvoll ist.
Der Marathon verzeiht keine Wunschträume. Deshalb ist meine Devise, was die Zielzeit betrifft: ambitioniert starten – flexibel bleiben.
🧠 Erfahrung vs. Zahlenspiel
Ich bin 63 ( in 3 Tagen 😅), trainiere regelmäßig, laufe kontrolliert und bewusst – und weiß aus eigener Erfahrung, dass der Marathon einem nichts schenkt. Aber er belohnt gute Vorbereitung und eine kluge Pacing-Strategie. Mein letzter Marathon liegt über ein Jahrzehnt zurück – damals lief ich in Frankfurt 3:28 und 2014 in Mainz 3:38. Heute weiß ich: Ich muss nicht an diese Zeiten anknüpfen – aber ich will zeigen, was mit über 60 noch geht, wenn man dranbleibt.
🧮 Zielpace-Tabelle – von mutig bis vorsichtig
| Zielzeit | Ø-Pace (min/km) |
|---|---|
| 3:25 | 4:52 |
| 3:30 | 4:58 |
| 3:35 | 5:05 |
| 3:40 | 5:13 |
| 3:45 | 5:20 |
| 3:50 | 5:27 |
| 3:55 | 5:34 |
| 4:00 | 5:41 |
Ich sehe mich – Stand heute – realistisch bei 3:45, optimistisch vielleicht in Richtung 3:40 oder sogar 3:35, wenn alles perfekt läuft.
🌡️ Wetter – unterschätzter Faktor
Meinen 10er im Juli bin ich bei 25 Grad gelaufen – das war gegen Ende verdammt hart. Beim Frankfurt-Marathon dürfen wir mit 8 bis 14 Grad rechnen, vielleicht leichtem Wind oder Nieselregen.
➡️ Kühleres Wetter ist mein Freund – denn ich laufe bei 12 Grad effizienter und mit niedrigerem Puls. Sollte das Wetter passen, traue ich mir mehr zu als im Sommer.
🕒 Pacing-Strategie: kontrolliert statt übermütig
Ich will nicht wie 2013 in Frankfurt frühzeitig in einen Krampf laufen, sondern konstant durchziehen. Einbruch in der zweiten Hälfte? Auch das möchte ich unbedingt vermeiden. Deshalb werde ich mich an der Pacing-Strategie von Laufcampus orientieren:
- km 1: 40–45 Sekunden langsamer als Zielpace
- km 2–41: etwa 1 Sekunde schneller als Zielpace
- km 42: was noch geht!
Beispiel bei Zielzeit 3:45 (Pace 5:20):
- km 1: ca. 6:00
- km 2–41: ca. 5:19
- km 42: „alles was geht“
Ob ich das im Eifer des Gefechts so umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Aber der Plan steht – ruhig bleiben, Puls im Griff behalten, nicht zu früh zu viel wollen.
Wenn alles aufgeht – ist das mein Traum beim Überqueren Ziellinie in der Festhalle Frankfurt

✅ Fazit
Mein Ziel ist klar:
- Durchlaufen – ohne Einbruch.
- Konstant – nicht zu schnell am Anfang.
- Mit Köpfchen – nicht mit Krämpfen.
Realistisch: 3:45
Optimistisch: 3:40
Am Ende zählt nicht (nur) die Uhr – sondern das Gefühl, alles rausgeholt zu haben.
Michael aka Imi