„Bimbach 2024 – harter Test für den Ötztaler“

🌧️🚴‍♂️ Mein erstes Bimbach – geplant als Ötztaler-Training, geworden eine nasse Lektion in Demut. Statt „Tour Extrem“ am Ende nur „Tour Basic“, dafür 183 km im Dauerregen, harte Anstiege und wertvolle Erkenntnisse. 💪 Ob der Ötzi trotzdem klappt? In 2 Wochen weiß ich mehr!

Pfingsten heißt Bimbach Radmarathon – und für mich war es die Premiere. Eigentlich sollte es Training für den Ötztaler Radmarathon werden, am Ende wurde es eine kürzere Strecke, nasse Klamotten und viele wertvolle Erkenntnisse.


Anreise und Planänderung vor dem Start

An Pfingsten fährt man Bimbach. Und ich war heute zum ersten Mal beim Bimbach Radmarathon dabei, gedacht als gezieltes Training für den Ötztaler Radmarathon.

Deshalb hatte ich mich für die „Tour Extrem“ mit 258 km und 4.790 Höhenmetern angemeldet. Mir war bewusst, dass diese Tour für mich sehr ambitioniert sein würde, aber ich hatte im Hinterkopf, dass ich unterwegs auf eine kürzere Strecke wechseln kann.

Als ich am Abend vorher den Streckenplan im Detail anschaute, war mir sofort klar, dass ich den Zielschluss um 19 Uhr nicht schaffen würde. Ich hätte einen Nettoschnitt von ca. 22,5 km/h gebraucht, um mit Pausen unter 13 Stunden zu bleiben. Keine Chance, so schnell bin ich nicht bei so vielen Höhenmetern.

Natürlich hätte ich ungeachtet der vorgegebenen Maximalzeiten an den Kontrollpunkten die Strecke auf eigene Faust und ohne Support vom Veranstalter fahren können, quasi wie ein Brevet. Den Track hatte ich ja. Aber letztendlich war meine Einschätzung, dass ich evtl. scheitern würde, weil ich das momentan einfach noch nicht drauf habe. Die schlechte Wettervorhersage – Dauerregen beim Radmarathon – machte mir die Entscheidung leicht. Auch meine 150-km-Tour (ca. 2.000 Höhenmeter) letzte Woche mit Bekannten zeigte mir meine aktuellen Grenzen auf.


Von „Extrem“ zu „Basic“ – unterwegs umdisponiert

Statt die nächst kürzere Strecke, die „Tour Classic“ mit 214 km und 3.465 Höhenmetern zu wählen, entschied ich mich für den maximalen „Downgrade“ – für die „Tour Basic“ mit 182 km und 2.690 Höhenmetern. Diese Entscheidung fiel erst während der Tour aufgrund des schlechten Wetters.

Vielleicht trug unterbewusst auch dazu bei, dass ich gefühlt von 90 % der nach mir gestarteten Teilnehmer überrollt wurde. Nicht dass ich mich mit anderen vergleichen will, aber als Orientierung ist es schon interessant – zumal ich für den Ötztaler trainiere und dort nicht in den Besenwagen einsteigen möchte.


Gleichmäßiges Fahren statt Platzgewinne

Es waren maximal 5 Fahrer, die ich überholt habe, ansonsten rauschte das Feld den ganzen Tag nur an mir vorbei. An den Kontrollen hielt ich mich nicht lange auf, nur deshalb machte ich Plätze gut, die aber kurze Zeit später wieder einkassiert wurden.

Dennoch ließ ich mich nicht beirren, fuhr gleichmäßig mein Tempo und teilte mir meine Kräfte ein. Zu keiner Zeit hatte ich einen Einbruch und sogar noch Reserven, um die letzten 30 Kilometer nochmal etwas mehr Tempo zu machen.


Zweifel am Ötztaler – und körperliche Grenzen

Ehrlich gesagt überkamen mich unterwegs Zweifel, ob der Ötztaler Radmarathon nicht doch eine Nummer zu groß für mich ist, denn die heutigen Anstiege – im Vergleich zum Ötzi deutlich kürzer – haben mich ziemlich gefordert.

Ich musste oft in den Wiegetritt, weil mein unterer Rücken übersäuerte. Scheinbar reicht 1 × Krafttraining pro Woche nicht aus (manchmal auch nur alle 2–3 Wochen).

An einem Anstieg mit teilweise 18 % Steigung, dem „Großen Nickus“, konnte ich mich nur mit Mühe und Not noch auf dem Rad halten. Hundert Meter länger und ich hätte schieben müssen. Puls und Leistung waren im tiefroten Bereich – und das, obwohl ich schon 31–34er Untersetzung fahre. Geschoben haben tatsächlich auch zwei Teilnehmer, und die waren schiebend nur unwesentlich langsamer als ich. Irgendwann später haben sie mich wieder überholt.


Blick nach vorne – Test im Ötztal

Deshalb mache ich im Juni im Ötziland Urlaub, um das besser einschätzen zu können. Die Hoffnung, dass mir wenige lange Alpenpässe besser liegen als das ständige Auf und Ab im Mittelgebirge, stirbt zuletzt.

Zur Bimbach Radmarathon-Strecke kann ich nur sagen: einfach super! Streckenqualität und die ganze Organisation sind top – typisch für einen der beliebtesten Radmarathons in Hessen.


Wetterpech und kaum Fotos

Leider spielte das Wetter heute nicht mit, deshalb habe ich von der – dem Schwarzwald sehr ähnlichen – Landschaft kein einziges Foto gemacht. Auch meine Kamera habe ich bewusst nicht mitgenommen, weil ich mich aufs Radeln konzentrieren wollte.

Die Temperaturen waren zum Glück erträglich, so dass ich bei dem ständigen Regen nicht gefroren habe. Immerhin brauchte ich mich nicht mit Sonnencreme einzuschmieren!


Fazit – Zufriedenheit und Demut

Ein paar Stunden nach dem Event spüre ich Zufriedenheit, dass ich zumindest die kurze Strecke gut bewältigt habe. Da ist noch Luft nach oben – definitiv!

Allerdings habe ich auch eine große Portion Demut vor dem Ötztaler getankt. Schauen wir mal, wie sich das Timmelsjoch anfühlt – in 2 Wochen ist es soweit. Ich werde berichten.

Tourdaten von heute:
183,6 km – 2.897 Hm – 9:03 h (Netto) / 10:00 h (Brutto) – Schnitt 20,3 km/h (Netto)

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