Frankfurt Marathon 2013 – Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt

Nach meinem Marathon-Debüt 2012 in Freiburg war ich Feuer und Flamme für den Laufsport. Für Frankfurt 2013 hatte ich mir ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: die magische Grenze von 3:15 Stunden zu knacken.

Mit den Worten „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt!“ schickte mir mein Bruder am Abend nach dem Rennen noch ein paar Fotos, die er während des Marathons gemacht hatte. Vielen Dank an meinen Bruder und meine Schwägerin für die moralische Unterstützung vor Ort!


Vorbereitung und letzte Hürden

Nach zehn Tagen „Extrem-Couch-Tapering“ wegen einer Erkältung fühlte ich mich fit und wollte eine 3:15 Std. anpeilen – ein Ziel, das ursprünglich für Hamburg 2014 vorgesehen war. Am Samstagabend dann ein weiterer Dämpfer: Zahnschmerzen! Zwei Ibuprofen später war ich am Renntag beschwerdefrei.

Auf spezielles Carboloading verzichtete ich, stattdessen gab’s normale Ernährung mit weniger Fett, mehr Kohlenhydraten und altbewährten Reiswaffeln mit Honig.

Anreise und Startvorbereitungen

Früh um 5:45 Uhr ging es nach Frankfurt. Im Parkhaus Rebstock hatten wir freie Platzwahl. In der Messehalle konnte ich in Ruhe die Startunterlagen abholen. Ein kleines Problem: Mein Schnellschnürsystem war für den Zeitmesschip ungeeignet – also improvisierte ich mit einem abgeschnittenen Trainingshosen-Bändel.

Bis zum Start war noch reichlich Zeit. Ich hielt Ausschau nach IB, den ich jedoch nicht traf. Kurz vor 10 Uhr wärmte ich mich bei Sonnenschein und auffrischendem Wind auf.

Der Start – zähes Anfangstempo

Im Asics-Block standen viele Läufer, die offensichtlich keine Sub-3h-Zeit anstrebten. Die ersten 5–10 km waren entsprechend schleppend, gleichmäßiges Tempo war unmöglich. Manche standen im falschen Block – Sub-4-Läufer in der 3:30er-Zone. Ich nahm es sportlich und überholte, wo es ging. Rückblickend ein Fehler, aber einer aus dem ich gelernt habe!

Renntaktik und erste Warnsignale

Mein Plan: mit 4:44 min/km starten, ab km 10 auf 4:35 steigern, Endpace 4:37. Doch schon nach 10 km machten die hinteren Oberschenkel zu. Ich verabschiedete mich innerlich von Sub 3:15.

Das Wetter war warm, aber erträglich. Der Regen später brachte willkommene Abkühlung. Ab km 10 verzichtete ich aufs Anziehen des Tempos und versuchte, den Schnitt zu halten.

Der Einbruch

Kurz vor km 30 kam der Einbruch. Mein Mantra: Nicht resignieren, nicht gehen! Ich dachte an mein Projekt „Roth 2014“ und an Bob’s Wahnsinnsidee: 7 Ironmans in 7 Tagen.

Rechnerisch war Sub 3:30 noch drin. Mit Tunnelblick quälte ich mich voran, völlig gleichgültig gegenüber den Überholungen anderer.

Die letzten Kilometer

Bei km 41 tauchte plötzlich Ursenfuns neben mir auf: „Komm Junge, die 3:30 packst du!“ Das gab den letzten Motivationsschub. Ohne Endspurt, aber mit Erleichterung überquerte ich den roten Teppich in 3:28:30.

Fazit

Ich war stolz, aber – trotz deutlich schnellerer Zeit – nicht so glücklich wie beim Debüt 2012 in Freiburg. Trotz DNF bei der Triathlon Langdistanz (Ironman) in Köln und verpasster 3:15 war es ein erfolgreiches Jahr.

📊 Zahlen & Fakten

  • 📏 Distanz: 42,2 km
  • ⏱ Zeit: 3:28:33 h
  • ⛰ Höhenmeter: 148 m
  • ⚡ Pace: 4:54 min/km
  • ❤️ Ø Puls: 171 bpm (88 % HFmax)
  • 💓 Max Puls: 187 bpm (96 % HFmax)
1 km Splits & Puls

1-km-Splits & Ø-HF

Distanz Pace Ø‑HF
1,00 km 4:43 169
2,00 km 4:36 173
3,00 km 4:38 168
4,00 km 4:21 171
5,00 km 4:26 172
6,00 km 4:36 173
7,00 km 4:34 170
8,00 km 4:34 170
9,00 km 4:52 171
10,00 km 4:48 170
11,00 km 4:39 174
12,00 km 4:34 171
13,00 km 4:38 172
14,00 km 4:34 173
15,00 km 4:40 173
16,00 km 4:39 173
17,00 km 4:36 174
18,00 km 4:44 173
19,00 km 4:42 171
20,00 km 4:40 171
21,00 km 4:42 171
22,00 km 4:46 171
23,00 km 4:39 173
24,00 km 4:39 174
25,00 km 4:50 175
26,00 km 4:42 173
27,00 km 4:43 173
28,00 km 4:54 174
29,00 km 4:54 173
30,00 km 5:01 173
31,00 km 5:12 172
32,00 km 5:11 171
33,00 km 5:14 170
34,00 km 5:20 168
35,00 km 5:28 168
36,00 km 5:31 167
37,00 km 5:18 168
38,00 km 5:36 168
39,00 km 5:22 167
40,00 km 6:06 166
41,00 km 5:23 166
42,00 km 5:29 170
42,55 km 2:59 172
Ø 4:54 171

Farbkodierung: schneller = grüner, langsamer = magenta. Niedriger Puls = blau, höherer Puls = rot.

Fazit

Stolz, aber nicht so emotional überwältigt wie in Freiburg – trotzdem ein starkes Rennen und ein wichtiger Fortschritt. Die Saison war beendet, der Blick ging bereits zu neuen Zielen.


Michael aka Imi

Keinen Beitrag mehr verpassen?

Trag Dich ein und erhalte die neusten Beiträge automatisch per EMail!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert